Am Mittwoch sind wir dann super frueh aufgestanden um um 6:00 den Zug zu nehmen. Der faehrt einfach so frueh und kein Mensch weiss wieso. Ein richtiger Zug war das auch eher nicht, viel mehr 2 alte Busse auf Schienen. Aber man durfte auf dem Dach sitzen und mit den Fuessen baumeln und sich unter den gefaehrlich nah vorbeisausenden Hochleitungen weg ducken, was allles in Einem super klasse war. Die Zugfahrt ging ueber Guamote, Alausi bis zur La Nariz del Diablo und wieder nach Alausi zurueck. Die Landschaft ist spektakulaer und vom Zugdach aus nimmt man die Umgebung noch mal ganz anders als aus einem Busfenster wahr.
Am Donnerstag ging dann unsere Wandertour im Chimborazo-Nationalpark los. In dem Reisebuero haben wir Raoul, unseren Wanderfuehrer kennengelernt und das ganze Equipment eingesammelt. Dann wurden wir mit dem Auto nach Urbinas gefahren. Dort warteten schon Dario und sein kleiner Sohn, unsere Pferdefuehrer, mit seinen beiden Ponies auf uns. Die Ponies haben das ganze Zeug geschleppt. Dann sind wir gewandert. Erst ging es ueber Felder und Wiesen mit Kuehen, kleinen Bauernhoefen und so, dann wurde die Landschaft aber immer unberuehrter, eine Art Steppen-Graslandschaft. So nach ca 4 Stunden sind wir dann schon am ersten Zeltplatz angekommen, direkt am Fusse des Chimborazo. Man konnte von dort den Tungurahua und auch den Carihuairazu, den wir bestiegen haben. Wir haben die Zelte aufgebaut und Henning und ich sind noch ein wenig rumgelaufen. Doch dann fing es an zu regnen. Bevor wir uns in unseren mehrere Schichten unmfassenden Schlafkokons einwickeln durften um den Minustemperaturen in der Nacht zu trotzen, hat uns Raoul noch ein sagenhaftes 2 Gaenge-Menu gezaubert... Camping deluxe, war das.
Am naechsten Morgen gab es dann ein reichliches Fruehstueck und wir sind weiter gewandert. Auf dem Weg haben wir viele Vicuñas, eine wilde Art kleinere Lamas der Anden, viele Lamas und beim Piknick an einem klaren Bergsee Kolibries gesehen.Wieder nach so ca 4 Stunden sind wir dann auf einer Berghuette angekommen, die wieder zu Fuessen des Chimborazo lag. Dort hat es viel geregnet und sogar in der Nacht geschneit. Nach den ersten beiden strapazenreichen Tagen haben wir den Nachmittag dann verschlafen, aber es war auch einfach zu kalt um etwas anderes zu tun. Und nach dem 2-Gaenge-Abendbrot sind wir dann auch ziemlich schnell ins Bett. Um 2:00 sollten wir schliesslich wieder geweckt werden.
Um 3:00 sind wir dann gestartet. Erst ging es Ewigkeiten im Dunkeln nur bergauf. Das war super anstrengend, vor allem hat man bei der sehr duennen hoehenluft enorme schwierigkeiten zu atmen, der Puls spielt da auch gern mal verrueckt! Am Fusse des Gletschers des Carihuairazo wurden dann die ganzen spezialutensiliem wie Eisaexte, Steigeisen und Sicherheitsgurte angelegt und wir bekamen ein kleines Briefing, wie man ueberhaupt alpin bergsteigt... in Deutschland heatte man da wahrscheinlich erstmal einen dreiwoechigen Lehrgang mit besonderen Zertificat gebraucht. Unserer zweiter Begleiter Dario, der sich noch spontan emtschlossenhatte unserer Krakselei beizuwohnen, hatte uebrigens nur eine Eisaxt fuer den Aufstieg zur verfuegung, ueberlebt hat auch er die Kletterei.
1 Stunde war es noch bis zum Gipfel und zwischendurch und vor allem das letzte Stueck war es fast senkrecht und auch ziemlich vereist. Und dann waren wir oben! Immerhin stolze 5020m hoch! Eva war voellig fertig, aber die Aussicht hat alles wieder wet gemacht, wahnsinn! Nun war es ca 8:00. Von oben haben wir gesehen, dass der Sangay etwas ausgestossen hat und es war sowieso alles super klar. Nun mussten wir aber auch schnell wieder runter, denn wenn die Sonne zu hoch steht wird der Schnee sehr weich und gefaehrlich. Zurueck sind wir auf weichen Knien in etwa der halben Zeit zur Huette geglitten, von wo aus es mit dem Auto wieder nach Riobamba ging.
Eigentlich wollten wir diese Stadt so schnell wie moeglich verlassen, doch dann waren wir viel zu muede um noch 6 Stunden im Bus zu sitzen und nach Cuenca zu fahren.
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